Geschichte

Die offiziellen Wurzeln der kleinen Wehr gehen auf das Jahr 1875 zurück. Als Gründungsmitglieder taten sich 26 Vogtendorfer zusammen. Dies war auch die Zeit in der der Staat das Feuerlöschwesen als Ordnungseinheit strukturierte. 

Für den Bereich Kronach war es der Bezirksamtmann Stark, der zur Gründung von freiwilligen Feuerwehren aufrief und in einigen Fällen sogar Pflichtfeuerwehren einführte. 

Als erster Ausrüstungsgegenstand wurde eine Abprotzspritze gekauft. Vor dieser Zeit gab es gemeindliche Ausrüstungsgegenstände, die auf eine unorganisierte Brandwehr hinwiesen. So steht bereits im Gemeindevermögen von 1908 ein Feuerleiterhaus und zwei große Feuerhäken. 

Für diese Ausrüstungsgegenstände mußten die Gemeindemitglieder noch selbst bezahlen. Das noch vorhandene Protokollbuch ab 1924 berichtet von jeweils rege besuchten Jahresversammlungen und intensiven Besprechungen über notwendige Ausrüstungsgegenstände.

1926 wurde, durch die Gemeinde, das erste Feuerwehrhaus hinter dem Anwesen Zeiß erbaut.

Die Anschaffung der ersten Motorspritze erfolgte 1930 von der  Fa. Paul Ludwig. Diese ermöglichte eine schnellere Hilfe, als die mit Muskelkraft betätigte Handdruckspritze.

Dennoch konnte man mit dieser Handdruckspritze bei einem Großbrand in Höfles das Anwesen von Hans Wich, HsNr.: 16 in einem 4stündigem Dauereinsatz retten.

Mit großem Löscheifer konnte man auch beim Großbrand am 9.2.1930 das Anwesen des Adam Schubert in Höfles retten. Die Schneidmühle von Anton Förtsch wurde aber ein Raub der Flammen. 

Im Jahre 1930 wurde elektrisches Licht ins Feuerwehrhaus gelegt, „damit der Motorspritzenmeister Ruppert die Pumpe immer in Schuß halten konnte“. Zu dieser Zeit kam es auch vor, daß Benzin aus der Pumpe gestohlen und dabei sogar des öfteren der Benzinhahn abgerissen wurde. 

Aus der Zeit der NSDAP ab 1933 bis Kriegsende liegen keine Aufzeichnungen vor, aber aus der Überlieferung wissen wir, daß wie auch anderswo die Frauen von Vogtendorf die Feuersicherung für ihr Dorf übernahmen. 

Die Wiedergründung der Wehr nach dem Krieg, erfolgte 1946 mit Planung für eine freiwillige Wehr und keiner Pflichtwehr.

Neben vielen Nachbarschaftshilfen sind vom Vogtendorfer Gemeindegebiet selbst folgende Großbrände und Schadensereignisse überliefert.

Am 9.4.1951 brannte der Stadel von Emil Wich völlig ab.

Am 19.8.1953 brannte der Stadel von Ludwig Pfosch, zur Brandbekämpfung war auch die Werkfeuerwehr von Loewe Opta angerückt.

Als weitere Schadensereignisse sind einige schlimme Hochwasser der Fischbach und Rodach aufgezeichnet. 

1909 gab es gleich 3 Hochwasser nach Wolkenbrüchen mit hohen Sachschäden.

1925 wurde nach einem Wolkenbruch die Scheune von HsNr.: 7 durch die Wassermassen davongetragen und zerschellte an einem Baum.

Ein schlimmes Hochwasser der Fischbach richtete 1946 im unteren Dorf großen Schaden an.

Das schlimmste Hochwasser suchte Vogtendorf 1954 nach einem Wolkenbruch heim. Die Wassermassen stiegen so hoch, daß bei den Anwesen Nr. 9 und Nr. 10 das Wasser zu den Fenstern hinein strömte.

Das Hochwasser zu Weihnachten 1967 war die letzte große Überschwemmung in der jüngeren Vergangenheit. Die Fluten verhinderten sogar den Besuch der Christmette an Heiligabend.

Auch danach gab es immer wieder Hochwasser, die aber in ihrem Schadensausmaß gering blieben.

Die aktiven Feuerwehrmänner von Vogtendorf (immer um die 30 bis 40 Wehrmänner) bemühten sich immer um die Pflege und Verbesserung der Ausrüstung.

Sicherlich kam auch das gesellige Beieinander nicht zu kurz, man hatte ja bis in die 60er Jahre 3 Gastwirtschaften in Vogtendorf (Kirschner, Wildenstein, Schneider).

 

 Gewinne aus den häufig abgehaltenen Tanzveranstaltungen wurden immer sinnvoll verwendet.

1961 erfolgte endlich die Ablösung der ersten Motorspritze durch eine moderne TS8 mit einem Tragkraftspritzenanhänger.

Durch den Bau der Wassserleitung im Jahre 1961 wurde der Feuerschutz in Vogtendorf  wesentlich verbessert.

Von großen Gründungsfesten der Wehr wird in Vogtendorf nicht berichtet. Das 75-jährige Gründungsfest wurde 1950 mit einem „Ball“ mit Ehrungen begangen, das 100-Jährige gar nicht gefeiert.

Auch von Krisen blieb unsere Wehr nicht verschont.

Wie so oft kommen Einbrüche, wenn man der Zeit weit hinterher hinkt. Es gab keine elektrische Sirene und sowohl das Feuerwehrhaus hinterm Zeiß`n – Stadel, als auch die technische Ausrüstung waren in katastrophalem Zustand. Während in anderen Nachbarwehren bereits Feuerwehrautos vorhanden waren, besaß man in Vogtendorf noch nicht einmal vernünftige Schutzkleidung.

So saß man im Jahre 1978 bei einer außerordentlichen Hauptversammlung zusammen um über Auflösung oder Fortbestand abzustimmen.

Anlaß für diese Überlegung war auch die Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr im Kronacher Stadtteil Ziegelerden. 

Aus den Plänen für die Auflösung wurde ein Neuanfang, da sich mit Lothar Hauck und Jürgen Neubauer 2 neue Führungskräfte fanden, die sich zusammen mit den Vorständen Stefan Jonak und Roland Witterauf für den Fortbestand der Wehr einsetzten..

Unterstützung fand die Wehr beim damaligen Kommandanten der Stadt Kronach KBI Georg Hugel, sowie bei  KBM Hermann Fischer aus Wilhelmsthal.

Es wurde ein wirklicher Neuanfang mit jungen Aktiven. Neue Schutzanzüge wurden angeschaft, die Ausrüstung ergänzt und das erste Leistungsabzeichen abgelegt. Auf dem Dach der Schule wurde eine Sirene installiert und es bestand die Aussicht auf eine neues Feuerwehrhaus.

Ihre Einsatzbereitschaft mußte die neu formierte Wehr noch im gleichen Jahr beim Brand der Scheune im Sägewerk Förtsch in Höfles beweisen, was sehr gut gelang.

Der Bau des Feuerwehrhauses verzögerte sich dann doch noch längere Zeit. Nach langen Bemühungen der Wehrführung und Zusage erheblicher Eigenleistungen, konnte 1985 mit dem Bau des heutigen Feuerwehrhauses begonnen werden.

Eine Leistung, die vor allem vom damaligen Vorstand  Hermann Grund organisiert wurde und im Stadtgebiet unter den Feuerwehren viele Nachahmer fand. Ab diesem Zeitpunkt konnte auch der ehemalige Schulraum durch die Wehr genutzt werden.

All diese Anstrengungen wurden noch durch einen Glücksfall ergänzt, denn in 1986 konnte das neue Feuerwehrhaus und ein von der Fa. Loewe Opta übernommenes gebrauchtes TSF, zum 110-jährigen Gründungsfest, in den Dienst der Wehr genommen werden.

Nun, auf einem allgemeinen Standard angekommen entwickelte sich die Wehr rasch weiter.

1987 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet, 1992 konnten erstmals 3 Mädchen in die Jugendwehr aufgenommen werden.

Innerhalb der Einsatzplanung stellt die Vogtendorfer Wehr mit ihren ca. 30 Aktiven für die Bewohner die Einsatzbereitschaft bei kleineren Schadensereignissen, hauptsächlich technische Hilfeleistung, sicher.

Da Leistung anerkannt wird, wurde 1994 das 28 Jahre alte Auto, das zu dieser Zeit im Besitz der Wehr war, durch ein neues TSF ersetzt.

Im Jubiläumsjahr 2000 kommt nun auch noch eine neue Tragkraftspritze dazu, worüber sich die Wehr sehr freut.

Das 120-jährige Jubiläum der Wehr wurde 1995 mit einer großen Fahrzeugschau gefeiert. 1997 konnte das 10-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr gefeiert werden. Die Jugend der Wehr konnte bei vielen Kreisleistungsmärschen stets vordere Plätze erzielen. Auch die Teilnahme am Bezirksleistungsmarsch war erfolgreich.

Im Jubiläumsjahr 2000 zählt die Wehr 33 Aktive, davon 7 Feuerwehrfrauen. Dem Feuerwehrverein gehören 104 Mitglieder an.

So sind gute Voraussetzungen geschaffen, dass sich in Vogtendorf  auch in Zukunft Feuerwehrleute finden, die den Schutz unserer Bewohner und ihres Eigentums sicherstellen. Ab dem Neuanfang 1978 wuchs auch eine starke Vereinsarbeit heran.

Seit 1983 organisiert die Wehr, zusammen mit dem Musikverein Höfles – Vogtendorf die Kerwa in Vogtendorf .

Jährlich wird eine Busfahrt durchgeführt, seit einigen Jahren wird wieder der Feuerwehrfasching mit der Höfleser Wehr abgehalten.

Feste und Jubiläen der örtlichen Vereine werden unterstützt, ebenso ist die Teilnahme an fast allen Feuerwehrfesten im Landkreis obligatorisch.